Mehr Power fürs Lager: Das bringt das neue SAP EWM Update 2025 FPS01!
Die Anforderungen an moderne Lager steigen rasant: höhere Auftragsvolumen, zunehmender Kostendruck und Fachkräftemangel zwingen Unternehmen dazu, ihre Logistik effizienter und flexibler aufzustellen.
Mit dem neuen Release SAP S/4HANA 2025 FPS01 entwickelt sich auch SAP Extended Warehouse Management (EWM) konsequent weiter – mit einem klaren Fokus auf Automatisierung, Transparenz und intelligentere Entscheidungen.
Doch was bedeutet das konkret für den Lagerbetrieb?
Predictive Labor Demand Planning
Mit Predictive Labour Demand Planning setzt SAP einen klaren Fokus auf eines der zentralen Themen in der Lagerlogistik: den optimalen Einsatz von Ressourcen und Mitarbeitern.
Predictive Labor Demand Planning nutzt historische Lagerdaten, um den zukünftigen Personalbedarf im Lager vorherzusagen. So können Unternehmen Engpässe vermeiden, Ressourcen effizient einsetzen und Arbeitsaufwand sowie Mitarbeiterplanung datenbasiert optimieren.
Was sich im Lagerbetrieb verbessert:
1. Bessere Planbarkeit der Arbeitslast: Durch Predictive Labor Demand Planning können Lagerleiter und Schichtverantwortliche die zukünftige Arbeitslast auf Basis historischer Daten genau vorhersagen – z. B. auf Ebene von Warehouse Orders, Tasks oder Outbound Deliveries.
2. Optimierte Personaleinsatzplanung: Die Prognosen helfen dabei, Personalressourcen effizienter einzusetzen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Überlastungen zu vermeiden.
3. KPI-Transparenz: Mit der Integration in die Fiori-App „Warehouse KPIs“ sehen Nutzer alle wichtigen Kennzahlen (Dauer, Volumen, Gewicht, Kapazitätsauslastung, Anzahl der Artikel) auf einen Blick und können datenbasierte Entscheidungen treffen.
4. Schnellere Reaktionszeiten im Lager: Dank der Joule-Integration können Lagerprozesse interaktiv gesteuert werden – von der Abfrage aktueller Outbound Deliveries bis hin zur direkten Auslösung von nächsten Prozessschritten.
5. Reduzierung manueller Arbeit: Viele Aufgaben, wie z. B. das Erstellen und Bestätigen von Tasks für bereits bereitgestellte Handling Units, können automatisch durchgeführt werden, wodurch Mitarbeiter entlastet werden.
KI Joule-Integration im Lager
Mit einem weiteren Feature „Talk to your Warehouse Outbound process“ bringt SAP die KI-Integration in EWM weiter voran.
In Zukunft können Anwender direkt über eine dialogbasierte Oberfläche Informationen zu Outbound-Prozessen abrufen und teilweise auch Aktionen anstoßen – beispielsweise rund um Outbound Delivery Orders.
Ihr Mehrwert:
Die tägliche Arbeit im Lager wird effizienter und transparenter. Mitarbeiter erhalten schneller relevante Informationen, können Entscheidungen fundierter treffen und bestimmte Schritte im Versandprozess direkt aus der Oberfläche heraus initiieren. Dadurch werden Fehler reduziert, die Prozessgeschwindigkeit erhöht und Ressourcen im Lager besser genutzt. Wenn man bedenkt, dass Anwenderfehler häufig zu Produktionsverlusten führen, hilft die Joule-Integration, solche Fehler zu reduzieren und die Prozesse im Lager effizienter zu gestalten.
Advanced Shipping & Receiving
Wer wünscht sich nicht, dass Transport- und Lagerlogistik reibungslos zusammenarbeiten? Um diese Integration noch weiter zu optimieren, bringt das aktuelle Release folgende Neuerungen im Bereich Advanced Shipping & Receiving:
Ad-hoc Loading durchführen
Mit dem aktuellen Release können Lagerbetreiber Outbound Delivery Orders während des RF-Ladevorgangs direkt an Frachtaufträge zuweisen. Sobald die erste Handling Unit gescannt und geladen wird, werden alle verbleibenden HUs automatisch zugeordnet. Ad-hoc Loading erleichtert das Beladen von LKWs, besonders bei stark frequentierten Lagern oder wenn zusätzliche Ladung flexibel aufgenommen werden muss.
Was das für Ihren Lagerbetrieb bedeutet:
- Schnellere und effizientere Ladeprozesse
- Reduzierung von Fehlern bei der Zuordnung von Lieferungen
- Flexibilität bei kurzfristigen Änderungen oder zusätzlichen Ladungen
- Bessere Auslastung der Transportkapazitäten und weniger Leerfahrten
Warehouse-Driven Outbound Delivery Order Split
Mit der neuen Funktion „Warehouse-Driven Outbound Delivery Order Split“ können Lager- und Versandmitarbeiter Outbound Delivery Orders flexibel aufteilen, abhängig vom tatsächlichen Pick-, Pack- und Staging-Status oder bei operativen Ausnahmen. Auf diese Weise lassen sich verfügbare Mengen sofort versenden, während verbleibende Mengen später verschickt werden. Splits können auf Item- oder HU-Ebene erfolgen und werden bis zum Status „Ready for Shipping“ unterstützt, einschließlich Berücksichtigung der neuen Freight Units für die Transportplanung.
Ihre Vorteile:
- Höhere Flexibilität bei dringenden Kundenbestellungen oder Lagerengpässen
- Effizientere Nutzung vorhandener Bestände und schnellere Lieferungen
- Reduzierung von Verzögerungen durch operative Ausnahmen
- Verbesserte Abstimmung zwischen Lager und Transportplanung
- Unterstützung sowohl klassischer als auch Immediate Loading-Prozesse
Suite-Integration
Nahtlose Prozesse sind der Schlüssel zu effizienter Logistik. Mit der Suite Integration in SAP S/4HANA Cloud, Private Edition 2025 FPS01, sorgt SAP dafür, dass Lager, Versand, Produktion und weitere Cloud-Lösungen eng miteinander verzahnt sind. Ziel ist es, End-to-End-Prozesse entlang der gesamten Lieferkette zu optimieren, manuelle Arbeit zu reduzieren und schnelle, transparente Abläufe zu ermöglichen. In diesem Release wurden daher besonders Funktionen erweitert, die Produktion, Kundenaufträge, Retourenmanagement und Qualitätskontrollen direkt mit dem Lager verbinden.
JIT Supply-to-Customer (S2C)
Just-in-Time-Prozesse sind entscheidend, um Produktion und Logistik optimal aufeinander abzustimmen. Materialien werden genau dann bereitgestellt, wenn sie benötigt werden – nicht früher und nicht später.
Der Supply-to-Customer-Prozess (S2C) betrachtet diese Abläufe aus Sicht des Lieferanten: Kunden fordern Produkte zu einem bestimmten Zeitpunkt, in einer definierten Menge und an einen konkreten Lieferort an. Sobald ein entsprechender Auftrag eingeht und der Bestand verfügbar ist, wird der Versandprozess automatisch angestoßen.
Mit SAP S/4HANA 2025 FPS01 wird dieser Prozess weiter vereinfacht und stärker automatisiert:
- Auch Just-in-Sequence (JIS)-Aufträge können direkt im Lager verarbeitet werden
- Nach Produktion und Verpackung erstellt das System automatisch die passenden Lieferungen
- Daraus entstehen im Lager konkrete Aufgaben für Kommissionierung und Versand
- Bereits bereitgestellte Ware kann automatisch weiterverarbeitet werden, ohne zusätzliche manuelle Schritte
Was sich im Lagerprozess verbessert:
- Automatisierte Abbildung von JIT- und JIS-Aufträgen im Lager
- Reduzierung manueller Arbeitsschritte und Fehlerquellen
- Schnellere Abwicklung von Kundenaufträgen
- Höhere Transparenz über HUs, Pick-Tasks und Lagerbewegungen
- Effiziente Nutzung von Lagerressourcen und optimierte Produktionslogistik
Quantity Correction Process im Advanced Returns Management (ARM)
Nach der Prüfung von Kundenrücksendungen kann es vorkommen, dass die tatsächlich geprüfte Menge von der ursprünglich gebuchten Rücksendemenge abweicht. Mit dem neuen Feature „Goods Receipt Quantity Correction“ (0023) können diese Mengen nachträglich im System korrigiert werden. Die zugehörige Outbound Delivery wird automatisch an EWM übergeben, Warehouse Tasks werden erstellt und der Warenausgang zur Bestandskorrektur automatisch gebucht. Für die Nutzung muss das BC-Set /SCWM/DLV_OUTBOUND_ARM_QC aktiviert werden.
Ihre Vorteile im Retourenprozess:
- Korrekte Bestände trotz Retourenabweichungen
- Weniger manuelle Korrekturen im Lagerprozess
- Mehr Transparenz im Retourenmanagement
Qualitätsprüfungen in Outbound Delivery Orders
Mit der neuen Integration des Qualitätsmanagements in Outbound-Prozesse können Lagerarbeiter und Qualitätsprüfer sicherstellen, dass bestimmte Produktmerkmale (z. B. vollständige Dokumentation) geprüft sind, bevor die Ware das Lager verlässt. Ein neuer Indikator „Relevant for Q-Inspection in Outbound“ steuert die Prüfung: Das System blockiert die Warenausgangsbuchung, wenn offene Prüflose existieren. Die Funktion gilt für Lieferungen mit oder ohne Sales Order sowie allgemeine Lieferungen. Voraussetzung: Aktivierung von IOT 8 im EWM-Customizing.
Vorteile für Ihre Versandprozesse:
- Sicherstellung der Produktqualität vor Versand
- Vermeidung fehlerhafter Lieferungen und Reklamationen
- Automatisierte Kontrolle reduziert manuelle Prüfaufwände
Kontinuierliche Modernisierung & Vereinfachung
Das aktuelle Release von SAP S/4HANA Cloud, Private Edition 2025 FPS01, verbessert die Effizienz und Transparenz in Lager und Produktion durch erweiterte Funktionen und optimierte Nutzererfahrung. Besonders hervorzuheben sind:
Stock Transfer Orders mit bewerteten Beständen in Transit (SIT):
Mit dem aktuellen Release werden auch interne Materialbewegungen und Produktionsprozesse weiter optimiert.
Was hat sich verbessert:
- Mehr Transparenz bei Umlagerungen:
Bestände, die sich zwischen zwei Standorten befinden, können nun besser nachverfolgt und bewertet werden – sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch zwischen verschiedenen Gesellschaften. - Präzisere Materialentnahme in der Produktion:
Es kann gezielt gesteuert werden, aus welcher Ladeeinheit (Handling Unit) Materialien entnommen werden. Dadurch bleiben physischer Bestand und Systembestand jederzeit synchron.
Ihr Mehrwert:
- Effizientere Bestands- und Materialbewegung durch präzise Steuerung von SIT-Lieferungen
- Bessere Transparenz und Kontrolle über Handling Units und Komponentenverbrauch
- Reduzierung manueller Schritte und Fehler bei Lager- und Produktionsprozessen
- Stärkere Integration zwischen physischem Lagerbestand und Systemdaten für verlässliche Planung
Fazit und Ausblick
Mit SAP S/4HANA 2025 FPS01 hebt SAP Extended Warehouse Management das Lagermanagement auf ein neues Niveau: mehr Automatisierung, bessere Transparenz und datenbasierte Entscheidungen stehen im Mittelpunkt. Funktionen wie Predictive Labor Planning, KI-gestützte Interaktion (Joule) und flexible Outbound-Prozesse sorgen für effizientere Abläufe, geringere Fehlerquoten und eine spürbare Entlastung der Mitarbeiter.
Die Richtung ist klar: SAP entwickelt EWM konsequent hin zu einem intelligenten, selbststeuernden Lager. Künstliche Intelligenz, Echtzeitdaten und End-to-End-Integration werden künftig noch stärker verschmelzen – mit dem Ziel, Lagerprozesse nicht nur zu optimieren, sondern proaktiv zu steuern und nahezu autonom zu betreiben.
Yasir Torunoglu, SAP Consultant
Kontakt & Austausch
Kurz zu mir: Ich bin Yasir Torunoglu, SAP EWM Berater mit Fokus auf Implementierung und Optimierung von Lagerprozessen in S/4HANA. Ich begleite Unternehmen bei der Einführung und Weiterentwicklung von EWM-Lösungen und beschäftige mich intensiv mit neuen SAP-Features und Best Practices.
Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche SAP EWM Innovationen Ihr Lager wirklich voranbringen. Kontaktieren Sie mich gerne unter yasir.torunoglu@noor-vision.com, um einen kurzen EWM-Quick-Check zu vereinbaren.

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